… dann kann er was erleben. Und damit ich mich in drei Jahren noch daran erinnern kann, hier eine Memo an mich selbst: Nicht mehr umziehen! Nachfolgend die Ereignisse der letzten knapp zweieinhalb Wochen in vollkommen unsortierter Reihenfolge ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Die Tätigkeit, einen relativ weißen Raum zum Zwecke des Einzugs relativ bunt zu streichen, steht, was die Freude an der Arbeit angeht, in keiner Relation zur Tätigkeit, einen relativ schwarzen Raum zum Zwecke des Auszugs relativ weiß zu streichen. Falls es jemanden unter meinen Lesern geben sollte (also, falls es überhaupt noch Leser geben sollte), der eine schwarze Wand weiß überstreichen muss/möchte, dem sei folgendes empfohlen: Mit billigem Weiß (in dem Fall sieben Euro/10 l) zwei bis drei mal vorstreichen und dann mit teurem Weiß (in diesem Fall zwanzig Euro/10 l) den finalen Anstrich machen. Beim Streichen nicht verunsichern lassen, sobald die Wand nass wird scheint die schwarze Farbe nämlich wieder durch. Spätestens, wenn das teure Weiß komplett getrocknet ist, sollte das Schwarz aber verschwunden sein.
- Der Internetanschluss von Kabel Deutschland ist nicht nur sauschnell (auch wenn die theoretischen 32 Mbit natürlich utopisch sind), sondern wurde auch sauschnell angeschlossen. Mittwoch abends hat Pissie die Bestellung abgeschickt, donnerstags kamen dann schon aufgeregte Anrufe um einen Installationstermin zu vereinbaren – da waren wir noch nicht mal umgezogen. Angeklemmt wurde die Leitung dann am Montag in einem bis dato noch bodenbelagsfreien Raum. Bis jetzt kann ich mich über das Internet nicht beklagen, das Telefon hat manchmal internetypisch kleine Hänger, aber damit lässt sich leben.
- Es zahlt sich immer aus, wenn man die grundlegenden Entscheidungen bezüglich der Gestaltung der neuen Räume dem weiblichen Part der häuslichen Gemeinschaft überlässt und sich als Mann auf die Durchführung der zugewiesenen Tätigkeiten beschränkt – selbst, wenn man bisher meinte in gestalterischen Dingen nicht ganz unbedarft zu sein.
- Schwere Kommoden trägt man nicht am schwächsten Brett. Habe ich bei den Umzugshelfern peinlich genau drauf geachtet, dass nichts von dem Mobiliar zu Schaden kommt, habe ich den einzigen nennenswerten Schaden selber verursacht, als ich versucht habe die schwere Kommode am dünnsten Presspappenbrett durchs Zimmer zu schieben. Das wird sich aber kleben lassen.
- Und dann war da noch der (Jetzt-)Ex-Vermieter, dem ich angeboten hatte, dass er Einbauküche und Fußböden behalten darf, wenn ich im Gegenzug nicht streichen muss. Er hat sich zu meinem Entsetzen nicht darauf eingelassen, weshalb ich sehr kurzfristig dann wirklich alles aus der ehemaligen Wohnung entfernt habe. Falls also noch jemand eine Einbauküche braucht, bitte Nachricht an mich. Die üppige Dachterrasse dann im dunkelsten Dunkel bei kältester Kälte besenrein zu machen war ein echtes Blindfegen, dessen Ergebnis mir wohl für immer verborgen bleiben wird.
- Wir haben in der neuen Wohnung insgesamt acht Schlafplätze (zwei für uns, je zwei in den beiden Gästezimmern und nochmal zwei auf dem Kingsize-Sofa im Wohnzimmer. Dazu noch reichlich Platz für Luftmatratzen und Schlafsäcke, falls es immer noch nicht reichen sollte. Wir suchen trotzdem keine Untermieter.
- Auch wenn der neue Nachbar unseren Parkplatz besetzt, ist es doch besser vielleicht erst das Gespräch zu suchen als das Auto schon in der ersten Woche abschleppen zu lassen. Prinzessin Pissie hatte ein einsehen und beschränkt sich nun auf wütende Nachrichten hinter dem Scheibenwischer.
- Der Ausblick aus dem neuen Wohnzimmerfenster ist zwar nicht so schön, wie der Ausblick aus dem alten Wohnzimmerfenster, aber irgendwie hat er sich auch nicht großartig verändert. Ich würde niemals in einer Großstadt wohnen wollen.
- Hat jemand einen Tipp, was man mit einem fest in die Wohnzimmerwand eingebauten 1300-Liter-Aquarium anstellen könnte, außer es als Aquarium zu nutzen? Möglicherweise könnte man es dort Schneewittchen oder Lenin hineinlegen, ich bin aber unsicher wegen der Geruchsbelästigung.
- Unmengen von schweren und unhandlichen Sachen vom zweiten Stock ins Erdgeschoss und von Erdgeschoss in den ersten Stock zu transportieren ist gut für die Figur.
- Beim Transport von schweren und unhandlichen Sachen aus dem zweiten Stock ins Erdgeschoss sollte man die Strecke nicht dadurch versuchen zu verkürzen, indem man einfach zwei Treppenstufen ignoriert und dann ganz elegant mit dem Fuß umknickt und den Rest zum nächsten Treppenabsatz mit dem (zum Glück unzerstörbaren) Gartenmöbeltisch fallend zurücklegt. Es ist jetzt zwei Wochen her und mein Fuß tut noch weh, so dass ich mich in dieser Woche mal zum Arzt begeben muss.
- Die nächsten Umzüge stehen schon vor der Tür, dieses Jahr noch ziehen meine Schwester nebst Freund sowie mein Ex-Schulkamerad, Ex-Kommilitone und jetzt auch Ex-Nachbar ins eigene Häuschen (also jeweils in ein eigenes). Letzterer zum Glück nicht so weit entfernt, so dass der Weg zwar (leider) weiter als eine Etage, aber doch nicht allzu weit wird. Jever halt…
Update: Pissies Bruder zieht ja auch noch um… - Und zu guter Letzt: Mein Schreibtisch hat auch einen schönen Platz gefunden und ich erwarte jetzt Zeichenwünsche.


Habs verstanden. Wenn ich das nächste Mal in Jever oder Umgebung bin sag ich Bescheid. Versprochen!
Und klar: Ich wünsch mir Zeichen!
Na wenn das mal kein Zeichen ist.
Gut, ich hatte noch einen arg winkenden Zaunpfahl in Klammern gesetzt, aber der konnte sich dann ja seine Kraft sparen.
Du hast den Umzug deines Schwagers vergessen, mein Guter.
Der steht auch noch an. Ach ja, Umzüge können so schön sein