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Manchmal kann ein Ende auch ein Neuanfang sein, es fühlt sich aber trotzdem zuerst immer wie ein Ende an

» 20.01.2009 um 11:57:28 von

Ich habe diesen Text eigentlich schon letzte Woche Mittwoch geschrieben, als ich von der leicht emotionalen letzten Ausfahrt mit meinem alten Auto wiedergekommen bin. Warum der Text noch im Entwurfsstadium ist, kann ich leider nicht beantworten. Da hat wohl jemand geschlafen. Vorenthalten möchte ich euch den Text aber trotzdem nicht. Wir haben übrigens 2009, ich bin umgezogen und habe ein neues Auto.

Es waren nur ein paar Jahre, aber es waren unsere Jahre. Wir hatten oft Streit. Ich habe über dich gemeckert und du warst sauer und hast dann einfach nichts mehr gemacht. Aber es war niemals was, was man nicht wieder hat reparieren können. Dran gedacht, dass du eines Tages nicht mehr da sein könntest, habe ich eigentlich nie. Wir gehörten zusammen, wir haben alles zusammen gemacht, sind überall gemeinsam gewesen. Und du hast mich nicht im Stich gelassen, egal wieviel Scheiße ich mit dir gebaut habe. Und ich habe zeitweise viel Scheiße gebaut.

Die Zeit hat bei dir Narben hinterlassen, viele davon habe ich verschuldet und du hast mich trotzdem niemals stehen lassen. Ich hab dich trotz deiner zunehmenden Macken noch genauso gemocht, es ist eher mehr als weniger geworden. Ich konnte dir auch niemals böse sein, wenn du mich mal im Stich gelassen hast – etwas, was wirklich sehr selten vorgekommen ist. Dafür möchte ich dir danken.

Ich weiß, es ist keine besonders freundschaftliche Entscheidung von mir gewesen dich einfach so abzuschieben und gegen etwas neues, jüngeres zu tauschen. Irgendwie bereue ich das jetzt. Ich weiß gar nicht, warum man alte Sachen, die noch funktionieren, einfach so abgibt. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Ich kann dir nur traurig hinterher winken. Das Neue wird dich niemals ersetzen können, du wirst immer der Maßstab für alles was nach dir kommt bleiben. Wenn ich könnte, würde ich dich behalten. Ich mag dich einfach zu gern.

Ich weiß nicht, wohin dein Weg dich führt, aber ich hoffe, dass du noch lange unterwegs bist und ich hoffe, dass wir uns noch seht oft begegnen und vor allem: dass du mich dann noch erkennst.

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3 Kommentare zu diesem Beitrag

  • 1

    Das klingt alles sehr emotional. Man hat dir diese Art von Wehmut aber auch ein bisschen angemerkt. Nicht nur für dich ist es in gewisser Weise traurig. Für mich ist es auch surreal. Du und DAS Auto. Das passte einfach zusammen. Ich weiß noch wie unsere sich das erste Mal trafen. Ich sagte: “Ich find meins scheiße.” Da sagtest du: “Deins ist wenigstens neu. Meins ist alt.” Das war aber nicht das Problem. Es gab keins. Ihr habt zusammengehört. Aber manchmal wird es eben Zeit, dass man sich etwas Neues sucht. Und sieh mal, du hast ja noch genug Erinnerungsfotos von euch beiden :)

    Kopf hoch, das Neue wirds schon richten!

    mäuschen am 20.01.2009 18:10 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 2

    haha endlich ist die schrottmühle weg :)

    Mr.Wayne am 22.01.2009 16:41 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 3

    Ich kann deinen “Schmerz” gut verstehen, man baut doch mit der Zeit eine starke emotionale Bindung zu seinem Auto auf, und gerade in Zeiten, in denen jeder mit einer seelenlosen, hubraumschwachen Retorten-Blechdose rumfährt, bei der man nicht mal erahnen kann, ob sie nun aus Frankreich, Korea, Japan oder doch Deutschland stammt. Man ist mit so einem Auto, sogar noch OHNE EU-Kennzeichen, schon wieder was Spezielles, was Individuelles, man kann fast stolz darauf sein sein altes Auto immer noch zu fahren, auch dann, wenn finanziell locker was Neues drin wäre.

    Auch ich stehe dieses Jahr vor diesem Schritt des Autokaufes, ich mag schon jetzt nicht an den Moment denken, an dem ich mein Auto, mit dem ich 2002 das Fahren gelernt habe und bis jetzt wirklich problemlos unterwegs war, abgeben muss, aber irgendwann wird es Zeit.

    Bleib stark Junge, bleib stark!!!

    Flyingfin am 25.01.2009 14:28 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten

 

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