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Zu viele Blogs, zu wenig Zeit

» 30.11.2007 um 13:07:00 von
Yannick will wissen, was einen an der Blogosphäre nervt und was man wie verbessern könnte. Und das will er nicht nur so wissen, nein, er verlost unter allen Teilnehmern auch Preise im Gesamtwert von über 200 Euro. Also soll er seine Fragen beantwortet bekommen.

Mich nervt an der Blogosphäre, dass es gar keine Blogosphäre gibt. Wenn man von Blogosphäre redet, dann meint man damit gemeinhin, die Gesamtheit aller Blogs und Blogger. Man will damit auf die ganzen Gemeinsamkeiten anspielen, die diese Gruppe hat. Wenn man sich aber diese ganzen Gemeinsamkeiten einmal anschaut, dann sieht man welche das sind: Alle Blogger haben ein Blog und nutzen eine – welche auch immer – Blogsoftware. Da hört es aber auch schon auf. Die Gesamtheit der Blogger ist viel zu unterschiedlich und die Themen der Blogs sind es noch mehr. Blogs sind ein Spiegelbild der Gesellschaft und so wie man die Gesellschaft als Ganzes nur schlecht einschätzen kann, kann man das auch mit Blogs machen.

Es ist vielmehr eine persönliche Einschätzung, die vom eigenen Verhalten und von der eigenen Wahrnehmung und vom eigenen Erleben abhängt. Vor einem Jahr, als ich mein erstes Blogposting geschrieben habe, war das alles neu für mich und ich habe schnell einige Bekannte gefunden, von denen ein paar auch heute noch aktiv sind (Gruß an Indy, Kitty und Don an dieser Stelle). Die Kontakte zu den paar wenigen Bloggern, deren Blogs ich gelesen habe, waren intensiv und freundschaftlich. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr interessante Blogs hinzu und nachdem ich aufgrund der Menge der gelesenen Blogs (im Moment 160) auf einen Feedreader umsteigen musste, wurden die Kontakte immer unpersönlicher und sind manchmal sogar nur noch ein Abarbeiten der neuen Beiträge. Kommentieren in anderen Blogs ist merklich weniger geworden und wenn man die zu vergebende Kontaktzeit auf mehr Leute verteilen muss, wird automatisch die Kontaktzeit für den einzelnen weniger.

Mich nervt also an der Blogosphäre, dass es zu viel gibt, dass ich wissen und lesen möchte und der persönliche Kontakt dabei immer weniger wird. Das finde ich schade und ich werde meinen Feedreader als Resultat davon wohl ein wenig ausmisten.

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5 Kommentare zu diesem Beitrag

  • 1

    Manche Gedanken scheinen irgendwie an verschiedenen Orten gleichzeitig zu entstehen aus verschiedenen Anlässen. Ich machte mir in meiner kurzen Blogpause gerade auch darüber Gedanken, warum man immer weniger zuhört und immer mehr selbst sagen will. Lieber ein eigenes Posting zum Thema als einen Kommentar beim anderen. Den Eindruck kann ich mich bei vielen nicht erwehren. Mag manchmal wichtig sein, wenn man was längeres zu sagen hat, aber mir scheint das nicht immer der Grund zu sein – ist eher ein Prinzip.

    Alexander | Zielpublikum am 30.11.2007 15:11 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 2

    Gruß zurück. Stimme auch größtenteils mit deiner Meinung überein. Ich stelle auch immer öfter fest, dass ich viel zu selten kommentiere, wo ich mich doch selber über jeden Kommentar freue…

    donvanone am 30.11.2007 15:15 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 3

    Holdrijöh.
    Auch ein Gruß zurück:
    ich bin ehrlich: ich hab das Bloggen angefangen um mich mitzuteilen (das Medium hätte ich bald anders gewählt, aber beim rumsurfen hab ich Kitty getroffen – und sie hat mich zur Bloggerei gebracht)
    Mich hat anfangs das ganze Drumherum einen Dreck interessiert, jetzt aber ist es mir öfter wichtig bei anderen vorbeizuschauen und Gedanken und Inspirationen aufzunehmen. (Leider fehlt mir manchmal die Geduld die langen Einträge immer direkt in einem Schwupps zu lesen, aber was soll’s) Bei mir fehlt es manchmal an Inspiration für eigene Artikel: dann wird der Output kleiner, aber das kratzt mich nicht – ich ärger mich aber immer über die Blogpausen anderer Blogger.

    Die Sache mit den Kommentaren seh ich auch immer so: ich kommentiere zwar stetig aber manchmal ist der Kreis der Kommentierenden eher gering – leider auch bei mir: ich finde Gedanken anderer superwichtig – ich hoffe, dass meine auch andere interessiert….I don’t know.

    Oha, ich schweife ab:

    Die Bloggosphäre ist für mich auch nicht gerade existent – es sind eher Blognester: “lokale” (was ist im Internet schon lokal) Geflechte: deswegen fand ich die Idee von Blogdorf super.

    Ich scheue mich noch vor den großen RSS-Feeds von zig Blogs: ich liebe es mehr familiär und prüfe Blogs erst lange, bevor ich die in die Blogroll nehme:

    EIn Beispiel bei mir: der DON – war früher direkt in meiner Blogroll: irgendwann (nicht böse sein, Don!) flog er raus: weiß garnicht mehr warum – irgendwie war ich nicht mehr so oft drauf: durch Zufall eher bin ich dann wieder auf Don gekommen und jetzt flutscht er wieder rein: geprüft und für gut befunden – rein in den Blogroll…

    Wie gesagt: eine größere ernetzung macht es unpersönlich und das ist was, was unsere Gemein- und Gesellschaft nicht so gut bekommt…

    Indy am 30.11.2007 15:38 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 4

    Ha, kann ich euch zwei dann also schonmal auf die Liste “hab ich zum Bloggen gebracht” setzen, hoffentlich nicht noch auf die andere, eher nich so schöne liste “hab ich zum Verzweifeln gebracht”. ;)

    Schönen Gruß auch dir. Man liest ja so wenig von dir in letzter Zeit :/

    Ich bin mittlerweile zu dem Ergebnis gekommen: Lieber wenig Blogs, aber dafür mehr Kontakt. Stimme dir da also voll und ganz zu.

    Kittyluka am 30.11.2007 16:13 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten
  • 5

    Nein, du hast mich nicht zum Bloggen gebracht. Das war Jojo. :P

    Schnitzel am 30.11.2007 19:31 Uhr   Auf diesen Kommentar antworten

 

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