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Neues aus Blogdorf – Die Blogonovela

» 17.05.2007 um 17:24:00 von Schnitzel
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Wer über die Blogosphäre redet, der benutzt meist Metaphern wie „Klein-Bloggersdorf“ oder „Bloggersheim“ um damit zu etwas zu verdeutlichen: Die deutsche Blogosphäre ist ein Dorf. Das Ganze ist überschaubar, jeder kennt jeden und diverse Säue sind schneller von einem Ende des Dorfes zum anderen getrieben als man „Gerüchteküche“ sagen kann. Schaut man sich das Zusammensein in diesem Nest an, dann finden sich in der Tat erstaunliche Parallelen zu einem realen Dorf.

Freundschaften und Feindschaften, Sensationsgier und Aufmerksamkeitshascher, Liebe und Hass, neugierige Nachbarn und freundliche Helfer, Besserwisser und Bessermacher – alles das findet sich hier. Sämtliche Berufe sind in diesem kleinen Dörfchen zu finden, auch wenn der Berufsstände der Journalisten, Informatiker und Grafiker im Vergleich zu einem normalen Dorf stark überrepräsentiert sind. Dieses Dorf hat seinen Krämer, seine Kneipe, einen Pizzabäcker, eine Menge Prediger, einen selten präsenten Polizisten, eine Dame, die mit ihrem Körper Geld verdient, einen Rechtsanwalt und sogar einen Fernsehsender.

Was liegt bei all diesen Gemeinsamkeiten zu einem normalen Dorf näher, als die Blogosphäre eins-zu-eins in ein gezeichnetes Dorf zu übertragen? Einige Blogger bezeichnen ihr Blog gerne als ihr „Zuhause im Netz“, jetzt gibt es einen Ort, an dem ihr Blog das auch tatsächlich ist – als Haus in Blogdorf.

Blogdorf liegt irgendwo im Landkreis Internet, nicht weit von der Datenautobahn entfernt. Alle Blogger der deutschen Blogosphäre wohnen dort, ob sie wollen oder nicht. Einige sind Einsiedler ohne viel Kontakt zu den Nachbarn und auch in den diversen örtlichen Telefonbüchern von Technorati, Blogscout etc. nicht zu finden. Andere hingegen (und um die geht es hier hauptsächlich) sind im ganzen Dorf bekannt. Wie bekommt man diese Leute jetzt in ein echtes Dorf? Ganz einfach erklärt an zwei prominenten Beispielen:

Image Hosted by ImageShack.usErstes Beispiel: Robert Basic. Seine Charakterisierung als Blogger: Hohe Postingfrequenz, Teilnahme an sämtlichen Bloggertreffen und -veranstaltungen, Blog-Guru (auch wenn er das nicht hören mag), eine etwas eigenwillige Rechtschreibung und sämtliche Geschichten aus der Blogosphäre sind irgendwann irgendwie bei ihm zu finden. Übertragen wir diese Eigenschaften in ein Dorf, so kommt am Ende eine Mischung aus rechtschreibschwachem Bürgermeister und vierarmiger Else Kling dabei raus: Vier Arme wegen der vielen Beiträge und der Emsigkeit, die er an den Tag legt, die Rechtschreibschwäche wird sich in seinen Sprechblasen niederschlagen. Überall, wo etwas passiert wird er auftauchen – oder zumindest später anderen davon berichten.

Image Hosted by ImageShack.usBeispiel zwei: DonAlphonso. Eindeutig ein Charakterkopf, wohnt in einem Stadtpalast und ist Mitautor der Blogbar. Er schreibt mit eisernem Wort gegen alles, was seiner Meinung nach in der Blogosphäre und im Internet so falsch läuft und schreibt dabei auch gerne mal Rechnungen an werbliche Kommentierer. Trotz seiner wortgewaltigen Tiraden ist er aber auch ein Feingeist mit Vorlieben für Antiquitäten und Literatur. Der Comic-DonAlphonso ist somit der markige Wirt der Dorf-Kneipe, in der auch gerne mal ein paar Maßkrüge durch die Gegend fliegen, wenn die Debatten etwas hitziger werden (ein Bild, was er selber gerne gebraucht und ich natürlich umso lieber aufgreife) und gleichzeitig auch jemand, der vor einem Schaufenster mit einer Teekanne aus dem vorletzten Jahrhundert mit einem Schrei der Entzückung stehen bleibt – und im nächsten Moment einen Passanten anpöbelt, weil ihm der Werbeaufdruck auf seinem T-Shirt nicht passt.

Die Figuren und Handlungen werden dabei bewusst überspitzt dargestellt, allerdings möchte ich auch versuchen die Geschichten ohne eigene Wertung zu zeichnen. Das wird mir vielleicht nicht immer gelingen, aber ich will es zumindest versuchen. Da ich niemanden besser als andere hinstellen möchte, werde ich einfach alle durch den Kakao ziehen, so dass es sich auf lange Sicht ausgleichen wird (hoffe ich). Falls ich also DICH einmal für eine Folge ausgewählt habe, nimm es mit Humor. Es ist nur eine Satire auf unsere Blogosphäre und morgen lachst du vielleicht schon über den nächsten. Außerdem: Wer kann schon von sich behaupten als schlecht gezeichnete Comic-Figur reinkarniert zu sein? Siehste.

Das schwierigste an der Sache ist sicherlich, die Comicfiguren dem realen Vorbild anzupassen, weil ich kaum eine dieser Personen persönlich kenne und somit nur Anhand von Bildern arbeiten kann – sofern welche vorhanden sind.

Wie kommen die Geschichten zu Stande? Das kommt immer drauf an. Ich versuche, möglichst viele Blogs und Kommentare zu lesen, interessanten Links zu folgen und mir dann vor meinem geistigen Auge vorzustellen, wie diese Geschichte wohl in Comic-Form aussehen würde. Gefällt sie mir, dann ist es nur noch ein kleiner Schritt bis hierher.

Ich werde mich bemühen, eine relativ hohe Postingfrequenz zu erreichen. Täglich ein neuer Comic ist – solange ich das nicht hauptberuflich mache – allerdings schwer zu erreichen. Der Regelfall werden vielleicht 2-3 Comics pro Woche sein, mit Schwankungen nach oben und unten. Ich werde mir auf jeden Fall nichts aus den Fingern saugen, sondern nur Geschichten aufgreifen, die ich in Blogs gelesen habe.
Für Tipps auf lesenswerte Blogs und Beiträge bin ich natürlich immer dankbar, ich kann schließlich nicht alles lesen.

Viel Spaß mit meiner neuer Serie Neues aus Blogdorf.

P.S.: Wer signalisieren möchte, dass er/sie ein Bewohner von Blogdorf ist, der kann sich natürlich bei diesem Ortschild bedienen – gerne auch per Hotlinking. Die Bilder sind bei Imageshack gehostet und Traffic fällt für mich somit nicht an.
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[Update]Natürlich gibt es auch Blogger in Österreich und natürlich haben die keine gelbe deutsche Ortstafel. Zum Glück hat Robert sich gleich drum gekümmert.

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